Seit Anfang Dezember 2011 ist es soweit: Das Internet bekommt eine neue Top-Level-Domain (TLD): Die Endung .xxx ist jetzt allgemein verfügbar und ziert Seiten mit erotischem oder pornografischem Inhalt. Die Preise für die Registrierung einer Domain mit der Endung xxx lag zwischen 70 und 100 US-Dollar.
Die TLDs ließen sich beim Registry-Betreiber ICM reservieren. In Deutschland konnten die Domains bei Anbietern wie InterNetX oder United Domains registriert werden.
Wer jetzt glaubt, das Internet würde sich in einen pornografischen und einen jugendfreien Raum aufteilen irrt: Es ist nur sehr unwahrscheinlich, dass Betreiber von Erotikseiten mit „klassischen“ Endungen wie .de oder.com jetzt ihre Tätigkeit einstellen oder komplett auf die xxx-TLDs umsatteln werden. Was sicherlich richtig ist, ist dass sich Erotikseiten im xxx-Namensraum leichter von Filtern ausschließen lassen. So können Browser- oder Router-Einstellungen das Ansurfen von xxx-domains kategorisch verbieten.
Auch den anderen Fall wird es geben: nicht-pornografische Webseiten, die auf .xxx enden. Wie kommt es? Ganz einfach: Prominente Personen und Einrichtungen haben sich im Vorfeld die Domains mit ihren Namen gesichert, damit beispielsweise unter harvard.xxx oder obama.xxx keine Erotik-Seiten gehostet werden.
Laut ICM gingen alleine am ersten Tag mit einen Schlag über 100.000 xxx-Domains an den Start. Doch das ist erst der Anfang! In diesem Jahr sollen weitere Top-Level-Domains freigegeben werden.
Von offizieller Seite heißt es, dass durch die Freigabe neuer TLDs auf die zunehmende Verknappung freier Domains reagiert wird. Es ist aber nicht zu leugnen, dass durch diese Maßnahme an manchen Enden eine ganze Stange Geld verdient wird: Die Domain gay.xxx beispielsweise ging für 500.000 US-Dollar über die Theke.
Wie die Suchmaschinen, vor allem Google, auf die neuen TLD reagieren wird sich zeigen. Die Expertenmeinungen gehen da noch auseinander. Wird spannend werden.
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